


Schon früh zeigte Andjela ein starkes Interesse sowohl an klassischer als auch an Flamenco-Gitarre. Während sie sich durch ihre formale klassische Ausbildung ein solides Fundament erarbeitete, wurde ihr künstlerischer Weg zunehmend vom Flamenco geprägt, angeregt durch ihre frühe Entdeckung der Musik von Paco de Lucía. Im Laufe der Zeit wurde der Flamenco zu einem wesentlichen Bestandteil ihres persönlichen musikalischen Ausdrucks und beeinflusste ihren Klang, ihr Rhythmusgefühl und ihre interpretatorische Freiheit nachhaltig.
Im Verlauf ihrer Ausbildung erzielte sie beachtliche Erfolge bei zahlreichen Wettbewerben für klassische Gitarre und gewann mehrere renommierte Preise. Gleichzeitig hob sie sich mit ihrem Flamenco-Repertoire auf der Konzertbühne hervor, was zu häufigen Soloauftritten sowie zu Auftritten in kammermusikalischen Besetzungen führte. Ihre heutige musikalische Sprache ist geprägt von einem Dialog zwischen klassischer Disziplin und flamencohafter Ausdruckskraft, bereichert durch rhythmische Vitalität, stilistische Offenheit und emotionale Tiefe.
Parallel zu ihrer Solokarriere entwickelte sich Andjela auch als Mitglied der professionellen serbischen Flamenco-Fusion-Band Traces of Flamenco weiter, sammelte umfangreiche Bühnenerfahrung und erweiterte ihr stilistisches Spektrum. Zudem interessiert sie sich sehr für die Verbindung von Flamenco und Jazz und folgt damit einem musikalischen Weg, den Paco de Lucía durch seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie John McLaughlin und Al Di Meola geprägt hat.
Im Jahr 2025 trat sie beim Festival Suma Flamenca Joven in Madrid auf, wo ihr Spiel vom spanischen Publikum und von Musikerkollegen herzlich aufgenommen wurde, die ihre musikalische Authentizität und ihre einzigartige künstlerische Stimme besonders würdigten.
Während ihres Aufenthalts in Spanien nahm sie außerdem mehrere Kompositionen für YouTube in der Casa de Paco de Lucía in Toledo auf und vertiefte damit ihre künstlerische Verbindung zur Flamenco-Tradition. Mit ihrer Arbeit entwickelt Andjela Mišić kontinuierlich eine persönliche musikalische Identität, die in klassischer Technik und Flamenco-Geist verwurzelt ist, dabei aber offen für zeitgenössische Einflüsse und genreübergreifende Erkundungen bleibt.



